Der Sommer hat sich auch in unserem Garten für dieses Jahr definitiv verabschiedet und es fallen noch etliche Arbeiten an bevor sich die Neugärtner*innen in ihren Winterschlaf zurückziehen.
Unter anderem wollen noch einige Kohlsetzlinge in den Boden und leere Beete mit Gründungung besäht werden. Nackte Erdoberfläche wird gemulcht um vor Erosion geschützt zu werden. Die noch grünen Tomaten wollen in Zeitungspapier gereift und die noch vorhandenen Kräuter getrocknet werden. Das Gartenhaus lechzt nach einer Räumung.
Gartentag abgelöst
Da es Dienstags um 19 Uhr nun schon dunkel ist, werden die gängigen Dienstagabende ab sofort durch Sonntage abgelöst. Wir treffen uns die nächsten paar Sonntage um 13 Uhr auf der Neubadterrasse zum gemeinsamen Gärtnern. Es sind weiterhin alle Gartenbegeisterte willkommen!
Frisch gepflanzte Federkohlsetzlinge im Gleisgarten.
Am Freitag 20. November 2020 um 18:30 Uhr Im Seminaurraum des Co-Working im Neubad
Zusammen mit den warmen Tagen verabschieden wir am 20.11.2020 auch das aktuelle Neugartenjahr mit unserer alljährlichen Generalversammlung. Alle Vereinsmitglieder, und jene die es gleich werden wollen, sind herzlich für die Versammlung mit anschliessendem Essen eingeladen. Bitte meldet euch bis spätestens 6.11.2020 über das Anmeldeformular an. Dies dient der Essensbestellung, sowie gleichzeitig auch als Tracing Liste. Bis zum gleichen Datum können auch Anträge an die Vereinsversammlung zum Vereinsgeschehen und zu den Statuten gestellt werden. Die Statuten können auf der Webseite eingesehen und sollten vorher gelesen werden.
Es wird eine Person zur Übernahme des Kassieramtes gesucht. Wer eins uns eins zusammenrechnen kann weiss, dass man damit sogleich in den Vorstand eines der sinnvollsten Vereine Luzerns aufgenommen, Verantwortung für den Bestand des Vereins tragen und viel Wertschätzung ernten wird. Bewerbe dich also direkt an der GV zum Kassier!
Bitte bezahle deinen Vereinsbeitrag von Fr. 30.- für das aktuelle Jahr 2020 in Voraus per Banküberweisung ein oder nehme es passend an der GV mit. Vielen Dank!
Vortrag von Dr. Thomas Braunschweig, Bereichsleiter Handelspolitik Public Eye
19.11.2020, 19.00-20.30 Uhr
Die Veranstaltung findet statt und wird digital durchgeführt!
Im internationalen Agro-Food-System finden Konzentrationsprozesse statt. Agrarhändler besitzen zunehmende Marktmacht in landwirtschaftlichen Wertschöpfungsketten. Das Referat zeigt die Konsequenzen insbesondere in den Produktionsländern auf. Ausserdem wird der Frage nach der Verantwortung der Schweiz als wichtige Handelsdrehscheibe und nach Handlungsmöglichkeiten aus unterschiedlichen Perspektiven nachgegangen.
18:45 Uhr Zoom-Login offen 19:00 Uhr Beginn 20:30 Uhr Ende
Passend zum gefühlten Herbstanfang fand am 22. August 2020 ein Samen-Dreschkurs im Neugarten statt. Angeleitet von Karin Roth, Gärtnerin, Permakultur-Designerin und Neugarten, Mitglied, droschen rund 15 Interessierte was das Zeug hält und erhielten spannende Einblicke in die Welt der Saatgutgewinnung.
Karin Roth diskutiert die Eigenheiten der vegetativen und geschlechtlichen Vermehrung.
Seid fruchtbar und mehret euch
Von Malven über Schmetterlingsblütler bis hin zum Nachtschattengewächs. So vielfältig die Diversität der Pflanzen, so unterschiedlich sind deren Vermehrungsstrategien. Einjährige Kräuter leben anders wie mehrjährige; Einhäusige verschieden von Zweihäusigen. Je nach Lebensweise tendieren Pflanzen zu unterschiedlichen Strategien der Fortpflanzung. Währenddem sich manches Kraut gerne über Ausläufer (z.B. Erdbeere), Zwiebeln (z.B. Gladiolen) oder Knollen (Kartoffeln) vermehrt (vegetative Fortpflanzung), bilden andere Pflanzen Jahr für Jahr Tausende winziger Samen (geschlechtliche Fortpflanzung gesprochen), die mit dem Wind dem Wasser oder durch Tiere verbreitet werden.
Aus Eins mach Zwei
Als erfahrene Pflanzenflüsterin weiss die Kursleiterin um die vielen Wege der pflanzlichen Vermehrung und nützt diese zur üppigen Begrünung von Gärten. Unter ihrer Anleitung streiften die Kursteilnehmenden zu Beginn des Kurses durch den Gleisgarten und bestaunten die angebauten Gemüse, Blumen und Kräuter. Nebst der Aufreinigung von Saatgut weist Karin ebenfalls auf die Möglichkeit der vegetativen Vermehrung via Stecklinge hin. Sie demonstrierte dies eindrücklich anhand einer Japanischen Weinbeere, von welcher sie einen Spross mit einer Astgabel in der Erde fixierte, so dass er nach einiger Zeit neue Wurzeln bilden möge, und ein separates Pflänzchen entsteht. Diese und weitere Grundlagen rund um die Vermehrung von Pflanzen bildeten die Basis für den weiteren Verlauf des Kurses und die Wahl der besten Strategie der Vermehrung. Der Rundgang erlaubte es ebenfalls, Dreschgut zur späteren Samengewinnung, sowie Sprossmaterial zur Anfertigung von Stecklingen zu sammeln.
Zerstossen, Reiben, Klauben
Zurück auf der Terrasse wurde nun gedroschen was das Zeug hält. Mit Küchensieben, Plastiktellern und der Schwerkraft ging es darum, an die kostbaren Samen zu gelangen. Was sich bei manchen Arten als kinderleicht entpuppte, gestaltete sich bei anderen eher knifflig. Wie sehen die Samen der Kornblume denn überhaupt aus? Und wo findet man die Winzlinge genau?
Eine Kursteilnehmerin sucht nach Samen der Kornblume.
An vier Arbeitsstationen wurden unterschiedliche Pflanzenarten aufbereitet, wie zum Beispiel Flachs, Erbse, Japanischer Senf und Silberblatt. Ergänzend zur intensiven Klauberei in den Gruppen demonstrierte Karin die Gewinnung von Saatgut aus einer Tomate. Wie sie zeigte, können hierfür die aus einer Tomatenfrucht gequetschten Samen für einige Zeit in Zuckerwasser eingelegt werden. Dabei löst sich das schleimige Fruchtfleisch. Anschliessend wird das Fruchtfleisch durch Zerreibung in einem Teesieb von den Samen abgetrennt. Nun lassen sich die Samen ausgezeichnet trocknen und bis zur neuerlichen Pflanzung lagern (natürlich alles leserlich und langlebig beschriftet).
Im Kurs aufbereitetes Saatgut.
Die Freude der Samengewinnung
Ein Blick auf die Gesichter der Teilnehmenden verrät: Die Aufbereitung von Samen bereitet Freude. Doch was ist es genau, was die Menschen dabei so glücklich macht?
Die Arbeit mit den Samen erfordert viel Geschick und Beobachtungsgabe. Wann sind die Samen denn eigentlich reif? Wie trenne ich sie möglichst effizient von der „Spreu“? Wie schütze ich sie vor Schädlingen und Krankheiten? Und welche Eigenschaften mögen die Keimlinge nächstes Jahr wohl hervorbringen? Die Beschäftigung mit diesen und weiteren Fragen fördert eine vertiefte Auseinandersetzung mit der Pflanze. Und genau darin liegt ein gewisser Reiz. Denn dabei versetzt man sich in dieses Lebewesen hinein, man spürt es und nimmt an seiner (Evolutions-)Geschichte teil. Man lebt mit der Pflanze, und nicht von ihr.
Ein weiterer Aspekt der selbständigen Samen-Aufbereitung ist die dabei gewonnene Unabhängigkeit oder Autonomie. Wie wichtig Unabhängigkeit von Gärten ist, konnten wir alle diesen Frühling erleben, als Gärtnereien, Baumärkte & Co Corona-bedingt erst relativ spät ihr Tore öffneten. In Folge des Lockdowns fehlte es vielerorts an dringend benötigtem Saatgut, und Lieferungen aus dem Ausland blieben oft aus. Viele PflanzenliebhaberInnen wurde auf dem falschen Fuss erwischt; warum Samen kaufen, wenn sie doch bereits im Garten sind? Ein Garten mit einer starken, eigenständigen Vermehrung über Samen und Steckling ist für solche Krisen ziemlich gewappnet.
Zu guter Letzt sei noch der soziale Aspekt erwähnt: Die Gewinnung und Verarbeitung von Samen hat etwas von Panini-Bildchen Sammeln. Tauschst du Samen deiner Hongkong Purple Tomate gegen meine Byzanz-Pfingstrose? Meinen Alant gegen deine Duftlilie? Gespräche rund um Pflanzenwissen entstehen – nebst genetischem Material wird dazugehöriges Wissen ausgetauscht. Dabei entsteht viel Neues – und das ist zutiefst lebendig, sozial und spannend.
Tauschen statt Kaufen: Unsere Samentauschbörse
Zum Schluss dieses Beitrags noch ein Veranstaltungshinweis: Zum Erhalt und der Weiterentwicklung der Kulturpflanzenvielfalt organisiert der Verein Neugarten jährlich eine Samentauschbörse. Der Anlass richtet sich an alle Gemüse-, Kräuter-, und BlumenliebhaberInnen, die selbstgewonnene Wildpflanzensamen oder überschüssiges Biosaatgut tauschen und neue Pflanzensorten entdecken möchten. Datum bitte Vormerken! Die Börse finden am 14. Februar 2021 statt. Weiteren Infos sind dem Flyer zu entnehmen und folgen über die üblichen Kanäle.
18:30 Uhr Führung durch den Neugarten 19:00 Uhr Beginn Vortrag auf der Neugarten-Terrasse (bei Schlechtwetter im Neubad) 20:30 Uhr Ende Ort: Neugarten, Neubadterrasse, Bireggstr. 36, 6003 Luzern Eintritt: frei, Kollekte
Weshalb machen Familien bei Extinction Rebellion (XR) mit und nehmen hohe Bussen auf sich? Ein Mitglied von XR erzählt, was ihn dazu bewegte, zuerst mit Vertretern von Politik und Armee zu sprechen und schliesslich bei Aktionen von XR mitzumachen.